Fahrerportrait aus dem Gruppe-A-Archiv · zur Motorsport-Übersicht · Die Evolution des Rennwagens
Bernard Béguin, geboren am 24. September 1947 in Grenoble, hat dem M3 den einen Eintrag verschafft, den kein anderes Kapitel dieses Archivs bieten kann: einen Sieg in der Rallye-Weltmeisterschaft. Am 9. Mai 1987 gewann er mit Beifahrer Jean-Jacques Lenne die Tour de Corse im Prodrive-M3 mit Rothmans-Bemalung – der einzige WRC-Sieg des M3, der erste von Prodrive überhaupt und bis heute der letzte eines heckgetriebenen Saugmotor-Autos in der Rallye-WM.
Béguin war da längst eine feste Größe des französischen Rallyesports. Nach dem Gewinn des Nachwuchswettbewerbs Volant Shell 1971 und zwei Formel-3-Jahren wechselte er auf die Rallyepisten, wurde 1979 erstmals französischer Meister und fuhr daneben bemerkenswerte Rundstreckenrennen: Zweiter der 24 Stunden von Spa 1974, Klassensieger in Le Mans 1975 im Porsche Turbo. Ein Allrounder also – was erklärt, warum ihm das Asphalt-Juwel Korsika im Tourenwagen-artigen M3 so lag.
In der französischen Meisterschaft fuhr Béguin den Prodrive-M3 zwei volle Jahre und wurde 1987 wie 1988 jeweils Vizemeister – mit insgesamt fünf Laufsiegen, darunter zweimal Antibes. 1989 gab er das Prodrive-Cockpit an François Chatriot weiter, der die Titel holte, die Béguin knapp verpasst hatte.
| Jahr | Serie | Team | Rallye | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 1987 | Rallye-WM | Prodrive/Rothmans (Beifahrer Lenne) | Tour de Corse (07.–09.05.) | Gesamtsieg – einziger WRC-Sieg des M3 |
| 1987 | Französische Rallye-Meisterschaft | Prodrive | Siege: Critérium de Touraine, Rallye d'Antibes | Vizemeister |
| 1988 | Französische Rallye-Meisterschaft | Prodrive | Siege: Alpin-Behra, Antibes, Critérium des Cévennes | Vizemeister |
| 1988 | Rallye-WM | Prodrive | Tour de Corse | 7. |
Für 1989 ist kein M3-Programm Béguins belegbar – das Prodrive-Bastos-Cockpit ging an Chatriot. Eine gelegentlich behauptete Formel-2-Karriere Béguins ließ sich nicht belegen; belegt sind zwei Formel-3-Jahre nach dem Volant Shell.
Béguins Karriere erlebte in den Neunzigern einen zweiten Frühling: drei weitere französische Meistertitel in Folge 1991, 1992 und 1993 – im Alter von 44 bis 46 Jahren. Sein letztes großes Rennen fuhr er bei der Rallye Monte Carlo 1996, danach wirkte er als Funktionär im französischen Verband. Der Name Béguin aber bleibt an jenen Maitag 1987 auf Korsika gebunden, an dem ein Tourenwagen eine Weltmeisterschafts-Rallye gewann.
Quellen dieser Seite: Bernard Béguin (Wikipedia EN/FR) · Tour de Corse 1987 (Wikipedia FR) · juwra.com zur Tour de Corse 1988 · Echappement Classic („Bernard Béguin, une légende des rallyes français"). Abweichende Angaben sind im Text gekennzeichnet.
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