Fahrerportrait aus dem Gruppe-A-Archiv · zur Motorsport-Übersicht · Die Evolution des Rennwagens
Foto: Stahlkocher (2007), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Die M3-Geschichte von Kris Nissen beginnt mit dem Tag, der fast sein letzter war. Geboren am 20. Juli 1960 im dänischen Arnum, gehörte Nissen mit Kurt Thiim und John Nielsen zum Trio junger Dänen, das in den 1980ern den deutschen Formelsport aufmischte – „Danish Dynamite". 1986 wurde er Deutscher Formel-3-Meister, 1987 testete er für das Zakspeed-Formel-1-Team und fuhr Porsche-962-Prototypen.
Am 22. Juli 1988 verunglückte er beim Training im japanischen Fuji schwer: Der Kremer-Porsche schlug mit rund 300 km/h ein und brannte sofort. Dass Nissen überlebte, verdankt er dem beherzten Eingreifen seines Fahrerkollegen Paolo Barilla; die schweren Verbrennungen zeichnen ihn bis heute. Knapp ein Jahr später, im Juli 1989, saß er am Norisring wieder in einem Rennwagen – einem Werks-BMW M3. Es ist eine der bewegendsten Comeback-Geschichten der DTM.
Vier Saisons fuhr Nissen den M3 in der DTM, für Linder und zuletzt Unitron. Ein Laufsieg gelang ihm mit diesem Auto nicht – dafür stand er 1991 ganz oben, wo es am längsten dauert: als Gesamtsieger des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring, im Schnitzer-M3 mit Joachim Winkelhock und Armin Hahne.
| Jahr | Serie | Team | Strecke / Rennen | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 1989 | DTM (ab Juli) | BMW (Werksaufgebot) | Comeback am Norisring, Teilsaison | außerhalb der Top 10 |
| 1990 | DTM | Linder (#12) | Gesamtsaison | Endplatzierung nicht ermittelt |
| 1991 | DTM | BMW | Gesamtsaison | 12., 46 Punkte |
| 1991 | 24 h Nürburgring | Schnitzer | Nordschleife (mit Winkelhock/Hahne) | Gesamtsieg |
| 1992 | DTM | Unitron (#21) | Gesamtsaison | außerhalb der Wertungstabelle |
Ein Geburtstagsporträt behauptet umgekehrt Platz zwei 1991 und den N24-Sieg erst 1992 – die mehrfach unabhängig belegten Siegerlisten sagen: Sieg 1991 mit Schnitzer. Wir folgen den Siegerlisten.
Späte Rückkehr: Kris Nissen im M3 bei der Hockenheim Historic (2021). Foto: DoomWarrior, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Nissen blieb der DTM treu und holte 1994 auf Alfa Romeo seinen einzigen Laufsieg, später fuhr er für Audi. Die zweite Karriere begann danach: als Motorsport-Manager, zuletzt als Motorsportdirektor von Volkswagen bis 2012 – in dieser Rolle verantwortete er unter anderem das Rallye-Programm, das Sébastien Ogier zum Weltmeister machte. 2022 kehrte er noch einmal ans Lenkrad zurück: im DTM Classic Cup, auf einem Schnitzer-M3.
Quellen dieser Seite: Kris Nissen (Wikipedia DE) · Speedweek-Porträt zum 65. Geburtstag · DTM-Saisonartikel 1991 (Wikipedia DE) · Siegerliste 24 h Nürburgring · Startnummern-/Teamzuordnung über zeitgenössische Foto- und Modelldokumentation. Abweichende Angaben sind im Text gekennzeichnet.
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