Marc Duez – Rallye und Rundstrecke

Fahrerportrait aus dem Gruppe-A-Archiv · zur Motorsport-Übersicht · Die Evolution des Rennwagens


Prodrive-Rallye-BMW M3 in FINA-Farben

Prodrive-Rallye-M3 in FINA-Farben – Dekor der Ära 1989, in der Duez die FINA-Autos fuhr (Legendy Prag, 2014). Foto: Jiří Sedláček, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Marc Duez, geboren am 18. April 1957 in Verviers, ist der seltene Typ des Doppelspezialisten: ein Fahrer, der im selben Auto Weltmeisterschafts-Rallyes und 24-Stunden-Rundstreckenrennen bestritt – und in beiden Disziplinen gewann. In der M3-Geschichte steht er für den belgischen Rallye-Titel 1989 und für den Nürburgring-Gesamtsieg 1992, das letzte Jahr der Gruppe A.

Duez begann 1977 auf der Rundstrecke in Spa, wechselte früh in den Rallyesport und wurde 1982 erstmals belgischer Meister auf Porsche. In die Prodrive-M3-Ära kam er von Anfang an: Schon bei der Tour de Corse 1987, dem einzigen WRC-Sieg des M3 durch Bernard Béguin, fuhr Duez den zweiten Wagen auf Platz sechs. 1989 folgten WM-Einsätze bei der Rallye Monte Carlo und der 1000-Seen-Rallye sowie – mit Beifahrer Alain Lopes – der belgische Meistertitel im M3, unter anderem mit einem Sieg beim Circuit des Ardennes. Bei der Rallye Portugal 1989 brachte er den heckgetriebenen Zweiliter-Sauger auf Platz fünf eines WM-Laufs – gegen die Allradturbos eine Randnotiz, die mehr über das Auto sagt als manche Statistik.

Duez im M3, Jahr für Jahr

JahrSerieTeamRennen / RallyeErgebnis
1987Rallye-WMProdrive (Beifahrer Biar)Tour de Corse6.
1989Rallye-WMBMW/FINA (Beifahrer Lopes)Monte Carlo, 1000 Seen, PortugalPortugal: 5.; übrige Endpositionen nicht ermittelt
1989Belgische Rallye-MeisterschaftBMW (Beifahrer Lopes)Saison, u. a. Sieg Circuit des ArdennesMeister
199224 h NürburgringFINA MotorsportNordschleife (mit Cecotto/Danner/Martin)Gesamtsieg

Der belgische Titel 1990, der in manchen Listen ebenfalls dem M3 zugeschrieben wird, fiel tatsächlich auf einem Ford Sierra Cosworth – Duez wechselte nach der Saison 1989 das Auto. Sein 24-h-Spa-Start 1987 erfolgte noch im BMW 635 CSi, nicht im M3.

Nach dem M3

Die Karriere danach ist ein eigenes Buch: bestes WRC-Ergebnis als Vierter der Tour de Corse 1991 im Werks-Toyota, insgesamt vier Gesamtsiege beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring (1992, 1995, 1998, 1999) und drei bei den 24 Stunden von Spa, dazu über 170 Rallyestarts und späte Einsätze bis in die 2010er-Jahre. Kaum ein Fahrer hat die Doppelbegabung Rallye/Rundstrecke so lange auf so hohem Niveau gehalten – der M3 war das Auto, in dem sie am deutlichsten sichtbar wurde.


Quellen dieser Seite: Marc Duez (Wikipedia EN/FR, SnapLap-Porträt) · ewrc-results.com und Rallye-Dokumentation zur Monte Carlo und 1000-Seen-Rallye 1989 · Siegerliste 24 h Nürburgring · Projektarchiv-Datenbasis Gruppe A (Rallye Portugal 1989). Abweichende Angaben sind im Text gekennzeichnet.

Alle Fahrerportraits: Ravaglia · Cecotto · Pirro · Heger · Quester · Winkelhock · Nissen · Danner · Soper · van de Poele · Giroix · Duez · Vogt · Brancatelli · Oestreich · J.-M. Martin · Richards · Longhurst · Sytner · Hoy · Béguin · Chatriot · Snijers

Zurück: Saison 1989 – Elf Wochenenden, zweiundzwanzig Rennen  |  Motorsport-Übersicht

online seit 2001 · wieder aufgebaut 2026
Impressum · Datenschutz · s14.de – Magazin für klassische BMW