Johnny Cecotto – vom Motorrad-Weltmeister zum M3-Piloten

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Johnny Cecotto Foto: Panini (1978), gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Johnny Cecotto ist der einzige Fahrer dieser Ära, der zwei Weltmeistertitel auf zwei Rädern mitbrachte. Geboren am 25. Januar 1956 in Caracas als Alberto Cecotto, Sohn italienischer Einwanderer – der Vater betrieb ein Motorradgeschäft und war selbst venezolanischer Meister –, wurde er 1975 mit 19 Jahren der bis dahin jüngste Motorrad-Straßenweltmeister der Geschichte (350er-Klasse), 1978 folgte der Titel in der Formel 750. Vierzehn Grand-Prix-Siege stehen in seiner Motorradbilanz.

Der Wechsel auf vier Räder führte bis in die Formel 1: 1983 bei Theodore – sein sechster Platz in Long Beach blieb fast drei Jahrzehnte das beste F1-Ergebnis eines Venezolaners –, 1984 bei Toleman als Teamkollege von Ayrton Senna. Im Qualifying zum Großen Preis von Großbritannien 1984 brach er sich bei einem schweren Unfall beide Beine; die Formel-1-Karriere war damit beendet, nicht aber die Laufbahn.

Im Tourenwagen fand Cecotto seine zweite Karriere. 1987 fuhr er den CiBiEmme-M3 in der Weltmeisterschaft und gewann in Dijon; die 40 Punkte von Bathurst, die den WM-Titel für BMW sicherten, holte er gemeinsam mit Gianfranco Brancatelli. 1988 wechselte er zu Mercedes in die DTM, ab 1989 fuhr er wieder BMW – bei Schnitzer, bis zum letzten Gruppe-A-Tag. Im Fahrerlager hieß er „Rambo", wegen seiner bisweilen ruppigen Fahrweise; BMW verzieh es ihm und legte 1989 sogar ein Sondermodell nach ihm auf, die Cecotto-Edition.

Cecotto im M3, Jahr für Jahr

JahrSerieTeamStrecke / RennenErgebnis
1987Tourenwagen-WMCiBiEmmeSieg in Dijon (10.05., mit Brancatelli); Bathurst: WM-Punkte als bestgemeldeter Wagen8. der WM, 158 Punkte
1988DTM auf Mercedes 190E – zwei Laufsiege, Gesamtrang 6 (kein M3-Jahr)
1989DTMSchnitzerLaufsiege in Hockenheim (16.04., Lauf 2) und Hockenheim (02.07., Lauf 1)7., 206 Punkte
1989Italienische MeisterschaftTeam nicht ermitteltSaisonMeister
1990DTMSchnitzerLaufsiege: Hockenheim (08.04., Lauf 2), Mainz-Finthen (20.05., beide Läufe)Vizemeister, 177 Punkte
199024 h SpaBigazziSpa-Francorchamps (mit Oestreich/Giroix)Gesamtsieg
1991DTMSchnitzerLaufsieg in Zolder (31.03.)4., 147 Punkte – bester BMW-Fahrer
1992DTMSchnitzerDoppelsieg in Brünn (12.07.)4., 185 Punkte – bester BMW-Fahrer
199224 h NürburgringFINA MotorsportNordschleife (mit Danner/Martin/Duez)Gesamtsieg
1992Bathurst 1000Benson & HedgesMount Panorama (mit Longhurst)4. Platz

Cecottos DTM-Vizetitel 1990 ist das beste Ergebnis, das ein M3-Fahrer in den Jahren 1990 bis 1992 erreichte. Zur Gesamtzahl seiner DTM-Siege kursiert die Angabe „14"; einzeln belegbar sind aus den Saisontabellen weniger – wir übernehmen die Zahl deshalb nicht.

Nach dem M3

Cecotto blieb BMW und Deutschland treu: ADAC-GT-Cup-Sieger 1993, Meister der Super-Tourenwagen-Meisterschaft 1994 und 1998, dazu zwei V8-Star-Titel 2001 und 2002. Erst 2003 beendete er seine Karriere. Seine Söhne Johnny junior und Jonathan wurden ebenfalls Rennfahrer. Dass ein Motorrad-Weltmeister zum Tourenwagen-Champion wurde, hat es vor ihm und nach ihm kaum gegeben – im M3 war er sechs Jahre lang einer der schnellsten Männer des Feldes.


Quellen dieser Seite: Johnny Cecotto (Wikipedia DE/EN/ES, Biografie und Motorradtitel) · DTM-Saisonartikel 1988–1992 (Wikipedia DE) · 1987 World Touring Car Championship (Wikipedia EN) · Speedweek-Porträt („Mal Rambo, mal Diva") · Siegerlisten 24 h Nürburgring · Bathurst 1000 1992 (Wikipedia EN). Abweichende Angaben sind im Text gekennzeichnet.

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