Steve Soper – der Seitenwechsler

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Steve Soper am Steuer eines Warsteiner-BMW M3, Goodwood 2011

Steve Soper am Steuer des Warsteiner-M3, Goodwood 2011. Foto: ian mcwilliams, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Steve Soper ist der Mann, der die Seiten wechselte – und auf beiden gewann. Geboren am 27. September 1951 in Greenford im Westen Londons (manche Publikationen nennen 1952, die geprüften Datenbanken sagen 1951), kam er spät und über Umwege in den Sport: erstes Rennen 1970 im Ford Escort, danach Clubsport und Markenpokale, 1979 Meister im Mini 1275 GT. Der Durchbruch 1983 endete bitter: Soper dominierte die britische Meisterschaft im Rover Vitesse, wurde aber Monate nach Saisonende wegen irregulärer Fahrzeugteile disqualifiziert – der Titel ging an Andy Rouse.

1986 bis 1988 war Soper einer der schnellsten Ford-Piloten Europas im Eggenberger-Sierra. Er gewann 1987 das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring – als erster Brite überhaupt –, saß beim Bathurst 1000 desselben Jahres im zuerst platzierten, später disqualifizierten Sierra und wurde 1988 Vizeeuropameister, sieben Punkte hinter Roberto Ravaglia. Dann holte BMW ihn: Ab 1989 fuhr Soper den M3, zuerst für Zakspeed, dann für Bigazzi – und blieb bis zum letzten Tag der Gruppe A.

Für die britischen Fans wurde er das Gesicht des M3; in Deutschland machte ihn die Offenheit beliebt, mit der er über das Geschäft sprach. Seine zwei Doppelsiege auf dem Nürburgring 1989 und 1990 gehören zu den stärksten Vorstellungen, die das Auto je gezeigt hat.

Soper im M3, Jahr für Jahr

JahrSerieTeamStrecke / RennenErgebnis
1989DTMZakspeedDoppelsieg auf dem Nürburgring (30.04.)5. der Endwertung
1990DTMBigazziDoppelsieg auf dem Nürburgring (22.04.)4. der Endwertung
1991DTMBigazziLaufsiege: Hockenheim (beide Läufe), Diepholz5. der Endwertung
1991BTCC (2-Liter-M3)Vic Lee MotorsportSaison, drei Laufsiege4. der Endwertung
1992DTMBigazziLaufsiege: AVUS, Norisring9. der Endwertung
199224 h SpaBigazzi (#5, FINA/Bastos)Spa-Francorchamps (mit J.-M. Martin/Danner)Gesamtsieg – 0,48 Sekunden vor dem Schnitzer-M3

Eine Siegerliste ordnet Soper zusätzlich einen Sieg in Brünn dem Jahr 1991 zu; Brünn stand allerdings erst 1992 im Kalender, und dort gewann Cecotto beide Läufe. Wir führen die Angabe als ungeklärt und übernehmen sie nicht.

Nach dem M3

Sopers Karriere lief auf hohem Niveau weiter: 1993 wurde er BTCC-Vizemeister, 1995 japanischer Tourenwagenmeister und Sieger der 24 Stunden von Spa im BMW 320i, später fuhr er McLaren F1 GTR und BMW-Prototypen in Le Mans. Erst 2001 trat er ab. Dass einer der besten Ford-Fahrer seiner Generation zur prägenden Figur des M3 wurde, sagt viel über beide – über den Fahrer und über das Auto.


Quellen dieser Seite: Steve Soper (Wikipedia EN, driverdb.com, SnapLap-Porträt) · DTM-Saisonartikel 1989–1992 (Wikipedia DE) · Speedweek-BMW-DTM-Statistik · 24-h-Spa-Siegerdokumentation 1992 (racecarsdirect, dhnet.be) · BTCC 1991 (Motor Sport Magazine). Abweichende Angaben sind im Text gekennzeichnet.

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