Fahrerportrait aus dem Gruppe-A-Archiv · zur Motorsport-Übersicht · Die Evolution des Rennwagens
Foto: GTHO (2011), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
In Australien und Neuseeland ist „Gentleman Jim" eine Institution: Jim Richards, geboren am 2. September 1947 in Neuseeland, gewann sieben Mal das Bathurst 1000 und vier australische Tourenwagen-Titel – einen davon, 1987, im BMW M3 des JPS Team BMW. Es blieb der einzige ATCC-Titel des Autos, errungen in seinem allerersten Jahr auf der Südhalbkugel.
Richards' Weg begann klassisch neuseeländisch: mit einem vom Vater gebauten Kart, einem auf Raten gekauften Ford Anglia und Speedway-Rennen. 1975 zog er nach Melbourne und fuhr sich sofort in die Spitze – 27 Podestplätze in 30 Starts der ersten Saison. Ab 1982 war er der Mann im schwarz-goldenen JPS-BMW von Teamchef Frank Gardner, 1985 holte er den ATCC-Titel auf dem 635 CSi. Dann kam der M3.
Die Saison 1987 wurde eine Machtdemonstration: vier Laufsiege in neun Rennen, Titel mit 193 zu 167 Punkten vor Dick Johnson im Sierra, dazu der Sieg im Pepsi 250 und beim Bathurst 1000 Rang vier mit Klassensieg, gemeinsam mit Tony Longhurst. Dass der kurvengängige Zweiliter auf den Highspeed-Kursen Australiens gegen die Turbos derart bestehen konnte, gilt bis heute als eine der besten Fahrerleistungen der ATCC-Geschichte. 1988 war der Sierra dann endgültig davongezogen; Richards fuhr den M3 noch eine Saison für Peter Brocks Mobil-1-Team, ehe er zu Nissan wechselte.
| Jahr | Serie | Team | Strecke / Rennen | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 1987 | ATCC (9 Läufe) | JPS Team BMW | Laufsiege: Lakeside, Surfers Paradise, Amaroo Park, Oran Park | Meister, 193 Punkte |
| 1987 | Einzelrennen | JPS Team BMW | Pepsi 250, Oran Park (mit Longhurst) | Sieg |
| 1987 | Bathurst 1000 | JPS Team BMW (#44) | Mount Panorama (mit Longhurst) | 4. Gesamt, Klassensieg |
| 1987 | Wellington 500 | Cardinal | Straßenkurs Wellington (mit Crowe) | 19. |
| 1988 | ATCC | Mobil 1 Racing (Brock) | Saison, bestes Ergebnis 3. in Winton | ohne Laufsieg; Endplatzierung nicht ermittelt |
| 1988 | Bathurst 1000 | Mobil 1 Racing (#56) | Mount Panorama (mit Brock/Crompton) | Ausfall (Motorschaden) |
Auf Nissan wurde Richards 1990 und 1991 erneut Meister und gewann 1991/92 zweimal Bathurst im Skyline GT-R – inklusive der berühmten Siegerehrung 1992, bei der er das buhende Publikum als „pack of arseholes" bedachte und Jahrzehnte später dafür gefeiert wurde. Es folgten weitere Bathurst-Siege 1998 und 2002, die Aufnahme in die Halls of Fame beider Länder – und die Gewissheit, dass der einzige australische Meistertitel des M3 von einem der Größten des dortigen Sports stammt.
Quellen dieser Seite: Jim Richards (Wikipedia EN) · 1987 und 1988 Australian Touring Car Championship, 1987 James Hardie 1000, 1988 Tooheys 1000 (Wikipedia EN) · JPS Team BMW (Wikipedia EN) · BMW-Motorsport-Historie Neuseeland (jimbarclay.nz). Abweichende Angaben sind im Text gekennzeichnet.
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