Fahrerportrait aus dem Gruppe-A-Archiv · zur Motorsport-Übersicht · Die Evolution des Rennwagens
Jean-Michel Martin, geboren am 19. Juni 1953, stammt aus der bekanntesten Rennfahrerfamilie Belgiens: Mit seinem Bruder Philippe teilte er sich jahrelang das Cockpit, sein Sohn Maxime wurde später BMW- und Aston-Martin-Werksfahrer. Viermal hat Jean-Michel Martin die 24 Stunden von Spa gewonnen – 1979 und 1980 im Ford Capri, 1987 und 1992 im BMW M3. Die beiden M3-Siege rahmen die Gruppe-A-Ära dieses Autos exakt ein: der erste im Debütjahr, der letzte in der Abschiedssaison.
Der Spa-Sieg 1987 gelang im M3 von Waterloo Motors mit Eric van de Poele und Didier Theys – nach 481 Runden, an der Spitze eines M3-Dreifacherfolgs, mitten im einzigen Weltmeisterschaftsjahr des Tourenwagensports. Wichtig für die Statistik: Im Auto saß Jean-Michel ohne seinen Bruder Philippe; die beiden Capri-Siege von 1979/80 hatten sie noch gemeinsam geholt.
1992 folgte das Doppel, das es so nie wieder gab: Sieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring mit Cecotto, Danner und Duez – und wenige Wochen später der Sieg bei den 24 Stunden von Spa im Bigazzi-M3 mit Steve Soper und Christian Danner, mit 0,48 Sekunden Vorsprung auf den Schnitzer-M3 nach 24 Stunden Renndauer. Beide großen 24-Stunden-Klassiker in einem Jahr, beide im M3: Das hat außer Martin und Danner niemand geschafft.
Sein Wohnzimmer: Eau Rouge/Raidillon in Spa – am Streckenrand die Bastos-Bande (1997). Foto: Matthead, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons
| Jahr | Serie | Team | Strecke / Rennen | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 1987 | 24 h Spa (WM-Lauf) | Waterloo Motors (#48) | Spa-Francorchamps (mit van de Poele/Theys), 481 Runden | Gesamtsieg |
| 1989 | Belgische Tourenwagen-Meisterschaft | — | Saison | Meister |
| 1990 | Belgische Tourenwagen-Meisterschaft | — | Saison | Meister |
| 1992 | 24 h Nürburgring | FINA Motorsport | Nordschleife (mit Cecotto/Danner/Duez) | Gesamtsieg |
| 1992 | 24 h Spa | Bigazzi (#5, FINA/Bastos) | Spa-Francorchamps (mit Soper/Danner) | Gesamtsieg – 0,48 s Vorsprung |
Details zu den belgischen Meisterschaftsjahren 1989/1990 (Teams, Einzelsiege) waren nicht ermittelbar; die Titel selbst sind mehrfach belegt.
Mit dem Spa-Sieg 1992 beendete Martin seine Karriere praktisch auf dem Höhepunkt und übernahm die BMW-Konzession in Woluwe-Saint-Pierre – der Grundstein der heutigen Händlergruppe, die den Familiennamen trägt. 1996 fuhr er noch die Rallye Dakar ins Ziel. Als 2023 das hundertjährige Jubiläum der 24 Stunden von Spa gefeiert wurde, saßen Jean-Michel und Maxime Martin gemeinsam in einem historischen M3 – Vater, Sohn und das Auto der beiden größten Familiensiege.
Quellen dieser Seite: Jean-Michel Martin (SnapLap-Porträt) · 1987 Spa 24 Hour (Wikipedia EN) · Dokumentation zum Spa-Sieg 1992 (BMW Belgien, dhnet.be, racecarsdirect) · Siegerliste 24 h Nürburgring · RTBF zum Spa-Centenaire. Abweichende Angaben sind im Text gekennzeichnet.
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