Fahrerportrait aus dem Gruppe-A-Archiv · zur Motorsport-Übersicht · Die Evolution des Rennwagens
Foto: Matthew Lamb (2016), CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Emanuele Pirro, geboren am 12. Januar 1962 in Rom, gehört zu den Fahrern, deren größte Erfolge erst nach der M3-Zeit kamen – fünf Gesamtsiege in Le Mans – und die trotzdem in der Geschichte dieses Autos einen festen Platz haben: Pirro stand 1987 in Jarama auf dem Podium des ersten WM-Laufsiegs des M3, und er saß 1989 im Cockpit, als zum ersten Mal ein M3 das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gewann.
Der Weg dorthin führte über den Kartsport – italienischer Meister 1976 und 1979 – und die klassischen Formelklassen mit Siegen in Formel 3, Formel 2 und Formel 3000. Parallel zu seinen M3-Einsätzen für Schnitzer war Pirro 1988 Formel-1-Testfahrer bei McLaren-Honda; 1989 rückte er bei Benetton ins Renncockpit nach und fuhr bis 1991 insgesamt 37 Grands Prix für Benetton und die Scuderia Italia.
1992 kehrte er ganz zu BMW zurück und bestritt die letzte Gruppe-A-Saison der DTM im Schnitzer-M3. Sein Kunststück von 1990 verdient eine eigene Zeile: Beim Gaststart auf dem Nürburgring gewann Pirro gleich seinen ersten DTM-Lauf – das ist bis heute nur wenigen gelungen.
| Jahr | Serie | Team | Strecke / Rennen | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 1987 | Tourenwagen-WM | Schnitzer | Sieg in Jarama (19.04., mit Ravaglia/Ratzenberger); Silverstone: Sieg in der WM-Wertung | 4. der WM, 244 Punkte |
| 1988 | Tourenwagen-EM | Schnitzer | Saison – Einzelergebnisse nicht ermittelt | — |
| 1989 | 24 h Nürburgring | Schnitzer (#35) | Nordschleife (mit Ravaglia/Giroix) | Gesamtsieg – der erste N24-Sieg eines M3 |
| 1990 | DTM (Gaststart) | BMW | Nürburgring (03.09.), Lauf 1 | Laufsieg beim DTM-Debüt |
| 1991 | Macau | Schnitzer (Watson's) | Guia-Rennen | Sieg |
| 1992 | DTM | Schnitzer | Gesamtsaison | 12., 85 Punkte |
| 1992 | Macau | — | Guia-Rennen | Sieg |
Die Macau-Siege 1991 und 1992 sind nur über Fahrer-Biografien und Modellhersteller-Dokumentation belegt, nicht über eigenständige Ergebnislisten – die Belegqualität ist entsprechend schwächer. Einer verbreiteten Zuordnung von Spa-24h-Siegen 1986 und 1990 an Pirro widersprechen die belegten Siegerbesatzungen; wir übernehmen sie nicht.
Nach der Gruppe-A-Zeit wurde Pirro zweimal italienischer Tourenwagenmeister auf Audi und gewann 1996 die deutsche Super-Tourenwagen-Meisterschaft. Ab 1999 folgte als Audi-Werksfahrer das größte Kapitel: fünf Gesamtsiege bei den 24 Stunden von Le Mans (2000–2002, 2006, 2007) und neun Podestplätze in Folge. Später arbeitete er als FIA-Rennkommissar – unter anderem beim umstrittenen Formel-1-Rennen von Kanada 2019 – und leitete das Nachwuchsprogramm von McLaren.
Quellen dieser Seite: Emanuele Pirro (Wikipedia DE/EN/IT) · 1987 World Touring Car Championship (Wikipedia EN) · BMW Group PressClub zur Schnitzer-Historie · DTM-Saisonartikel 1990/1992 (Wikipedia DE). Abweichende Angaben sind im Text gekennzeichnet.
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