Fahrerportrait aus dem Gruppe-A-Archiv · zur Motorsport-Übersicht · Die Evolution des Rennwagens
Foto: E-W (2010), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Joachim Winkelhock, geboren am 24. Oktober 1960 in Waiblingen, trägt einen Namen, der im deutschen Motorsport eine ganze Familie meint: Er ist der jüngere Bruder von Manfred Winkelhock, der 1985 tödlich verunglückte, der ältere von Thomas und der Onkel von Markus. Sein eigener Spitzname – „Smokin' Jo", nach der Zigarette, die selten fehlte – wurde zur Marke.
Der Weg führte über den Renault-5-Pokal und die Formel Ford in die Formel 3, deren deutsche Meisterschaft er 1988 gewann. Der Sprung in die Formel 1 misslang gründlich: 1989 scheiterte er im unterlegenen AGS siebenmal an der Vorqualifikation und verlor das Cockpit nach einem halben Jahr. Es war das Beste, was seiner Karriere passieren konnte – denn 1990 machte BMW ihn zum Werksfahrer, und im Tourenwagen wurde aus dem gescheiterten Formel-1-Piloten einer der besten Tourenwagenfahrer Europas.
Drei DTM-Jahre fuhr Winkelhock den M3, mit je einem Laufsieg pro Saison und zwei Gesamtsiegen beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring – 1990 für Linder, 1991 für Schnitzer. Er gehört damit zu den Fahrern, die die Nordschleifen-Serie des M3 (vier Siege in Folge 1989 bis 1992) maßgeblich mitgeschrieben haben.
| Jahr | Serie | Team | Strecke / Rennen | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 1990 | DTM | BMW (#9) | Laufsieg in Diepholz (05.08., Lauf 2) | 6., 119 Punkte |
| 1990 | 24 h Nürburgring | Linder | Nordschleife (mit Heger/Schmickler) | Gesamtsieg |
| 1991 | DTM | BMW | Laufsieg in Wunstorf (09.06.) | 7., 101 Punkte |
| 1991 | 24 h Nürburgring | Schnitzer | Nordschleife (mit Hahne/Nissen) | Gesamtsieg |
| 1992 | DTM | Schnitzer (#14) | Laufsieg am Norisring (28.06.) | 8., 110 Punkte |
Was danach kam, machte ihn international: 1993 gewann Winkelhock im ersten Anlauf die britische Tourenwagenmeisterschaft für BMW, 1995 die deutsche Super-Tourenwagen-Meisterschaft und die 24 Stunden von Spa. 1999 folgte der größte Sieg – der Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans im BMW V12 LMR, eingefahren für Schnitzer, jenes Team, mit dem er schon im M3 die Nordschleife gewonnen hatte. Nach drei Opel-Jahren in der DTM beendete er 2003 die aktive Laufbahn und blieb BMW als Markenbotschafter verbunden.
Quellen dieser Seite: Joachim Winkelhock (Wikipedia DE/EN) · DTM-Saisonartikel 1990–1992 (Wikipedia DE) · Siegerliste 24 h Nürburgring. Abweichende Angaben sind im Text gekennzeichnet.
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